Dreiecksplatz
Gunnar Dethlefsen und Julian Christ       Sonntag,06.10.2013 | 0:37 Uhr

DreiecksplatzProjektarbeit, Bachelor Multimedia Production, 4. Semester

Ein Tag im Kino

…und zwar im ältesten Kino der Stadt. Wir unterhalten uns über Kinokonzepte von gestern, heute und morgen, erleben einen kompletten Arbeitstag mit und bekommen so eine ganz neue Sicht auf das, was Kino heutzutage bedeutet.

Die Film- und Kinobranche im Wandel der Zeit

Kontrastprogramm: Arthaus vs Blockbuster Sequenz 12Das „Studio Filmtheater am Dreiecksplatz“: Gerade einmal 3 Kinosäle mit teilweise weniger als 60 Sitzplätzen, Arthaus-Filme für ein spezielles Publikum und eine Atmosphäre, die ein wenig an „früher“ erinnert. Nur 2 Kilometer entfernt das „Cinnemaxx“ mit Platz für insgesamt fast 3000 Gäste, alle neusten Blockbuster in einer Umgebung, die nach amerikanischen „Supersize-Konzepten“ aussieht.  
cinemaxx

Alter Charme im Studio Filmtheater (oben) und futuristisches Design im Cinemaxx (unten)

Zwei Kinos, deren Konzepte wohl unterschiedlicher kaum sein könnten. Was beide jedoch gemeinsam haben ist die Abhängigkeit von der Kinobranche im Allgemeinen. Hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges radikal geändert.
Vom „Streifen“ zum Datensatz: Aus analog wird digital
Die Frilmrolle von heute: digitale Festplatte

Die Filmrolle von heute: digitale Festplatte

Am einschneidendsten war bzw. ist die Umstellung von analoger zu digitaler Filmprojektion. Innerhalb von nur 5 Jahren hat sich der Anteil der Kinos in Deutschland, die mit digitaler Vorführtechnik vorführen von 0 auf mehr als 65 Prozent erhöht. „Das wird sich bis zum Ende des Jahres 2013 auf annährend 100% in ganz Deutschland ausgeweitet haben“ ist sich Dennis Jahnke, Betreiber des Studio Filmtheaters, sicher. Eine Entwicklung, die sich die Kinos nicht selbst ausgesucht haben. Sie sind viel mehr dem ausgeliefert, was ihnen von den Filmverleihen angeboten wird. Und der Anteil der Filme, die heute noch analog bereitgestellt werden, ist mittlerweile verschwindend gering.
Technische Umrüstungen - finanzielle Herausforderung für kleine Kinos
Sequenz 13.Standbild011

Kostenspieliges Equipment:
Die Digitalisierung eines Kinosals kostet bis zu 100.000 €

Eine Umstellung von „analog“ auf „digital“ bedeutet für jedes Kino selbstverständlich Kosten. Große Kosten, die vor allem kleine Lichtspielhäuser mit kleinem Kapital nicht ganz einfach zu stemmen sind. Zwar sind einige Kinos wie auch das „Studio Filmtheater“ förderberechtigt und werden unter anderem von Bund und Ländern sowie der Filmförderungsanstalt (FFA) finanziell unterstützt. Dies gilt aber längst nicht für jedes Kino. Und so ist es kaum verwunderlich, dass die Anzahl der Lichtspielhäuser in Deutschland seit 10 Jahren kontinuierlich sinkt.
3D und 4K: Modeerscheinungen oder Kinozukunft? Doch der Schritt zur digitalen Vorführtechnik ist nicht die einzige technische Erneuerung der letzten Jahre. 3D Technik und 4K Auflösung sind zwar noch nicht komplett in der Branche etabliert, aber definitiv auf dem Vormarsch. Und auch hier gilt: Setzt sich der Trend wirklich durch und wird in der Produktion zum Standard, müssen die Kinos mitziehen und aufrüsten.
Kinobetreiber Dennis Jahnke glaubt an das Überleben der kleinen Kinos

Kinobetreiber Dennis Jahnke glaubt
an das Überleben der kleinen Kinos

Oder im schlimmsten Fall aufgeben. Solche Schwarzmalerei kommt für Dennis Jahnke allerdings nicht in Frage: „Ich denke, dass die Kinos, die jetzt ihre Marktnische gefunden haben, auch hoffentlich weiter bestehen werden“. Und so bleibt zunächst die Aussicht, dass Kinoliebhaber sich auch in Zukunft noch aussuchen können, ob sie in ein kleines traditionelles Lichtspielhaus oder in ein neues „Supersize-Cineplex“ gehen wollen.
Interesse geweckt? Weitere Informationen, Hintergründe und Statistiken zum Thema Kino finden Sie unter: Filmförderungsanstalt Deutschland Jahresbericht zur Kinoentwicklung in Deutschland Fachmagazin für Fernsehen und Film Aktuelles zu Arthaus-Filmen Infoseite zu 3D-Kinos
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