Fachhochschule
Jennifer Koslowski, Laura Nowak und Daniela Suhr       Sonntag,03.07.2016 | 12:01 Uhr

Fachhochschule

Planet Alsen

Dieser Beitrag ist als Prüfungsleistung im Modul "Synergetische Publikationsmethoden" entstanden. Als Teil der Prüfung im Wintersemester 2015/16 wurde er weder redaktionell bearbeitet noch redigiert. Er ist eine rein studentische, eigenständig erstellte Leistung.

Planet Alsen - Gegen den Verfall der Industriekultur

Einkaufsläden, Elektronikfachgeschäfte und ein Schnellimbiss ziehen vorbei. Die Fahrt geht über die neu asphaltierten, breiten Straßen von Itzehoes Gewerbegebiet. Der kleine Feldweg zu Planet Alsen wird erst sichtbar, wenn das Navigationssystem schon aufgegeben hat. Doch schließlich zeigen sich die alten Mauern des ehemaligen Alsen Zementwerkes, das heute als Plattform für kulturelle und künstlerische Projekte dient. Auch für Architektur, Industriegeschichte und Stadtentwicklung wird ausreichend Raum geboten. Die tragende Rolle spielt hierbei der freischaffende Künstler Setus Studt. Er engagiert sich seit Jahren für den Erhalt und die kulturelle Nutzung der verbliebenen Gebäudeteile auf dem Alsengelände. Doch mit dem Freiraum könnte es bald vorbei sein. Immer wieder kommt es zu Differenzen zwischen der Stadt Itzehoe und Planet Alsen.

Das Projekt

Erinnern. Bewahren. Entwickeln. Erleben. Eine Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Das Projekt „Planet Alsen“ nimmt sich dieser an. Auf dem Gelände des alten Zementwerkes ist heute eine einzigartige Umgebung für Künstler und Geschichtenerzähler entstanden. Die ehemalige, staubige Industriebrache ist heute eine bunte und vielfältige Kulturlandschaft, die Raum für Kommunikation über Bildung, Kunst und Industriegeschichte bietet.

Eine weitere Herzensangelegenheit von Planet Alsen ist das Projekt ADAM (Aus dem Abseits in die Mitte). Langzeitarbeitslosen aus dem Raum Itzehoe wird durch diese Initiative die Chance geboten, wieder zurück in das Berufsleben zu finden. Bisher hat die Stadt die Trägerschaft für dieses Projekt übernommen, doch das könnte sich bald ändern.



„Alsen ist die letzte Chance für Itzehoe etwas zu schaffen, was dieser Stadt Identität geben kann.“
Setus Studt

Planet Alsen - Der Konflikt

Der Konflikt

Die anfängliche Euphorie im Zuge der Vereinsgründung wird jedoch immer wieder ausgebremst. Planet Alsen polarisiert in Itzehoe. Abraum oder doch Freiraum für Kunst und Kultur? Diese Frage beschäftigt die Stadt bis heute. Vor allem die konkreten Nutzungsabsichten bezüglich des Alsen-Areals sorgen für Diskussionsstoff.


„Die Politik machte sich das Treibhaus zu eigen, das war ein Desaster. Wir spielten als Planet Alsen keine Rolle mehr.“
Setus Studt




Planet Alsen - Der Konflikt

Die Geschichte

Das bunte Kulturprojekt von heute war einst ein staubiges Zementwerk. Die Alsen-Breitenburg Zement- und Kalkwerke GmbH wurde von Gustav Alsen 1862 gegründet. Der Stammsitz in Itzehoe umfasste eine Fläche von 25 Hektar, das entspricht ungefähr der Größe von 35 Fußballfeldern. Die Herstellung von Portlandzement ermöglichte dem Unternehmen neben dem wirtschaftlichen Erfolg im eigenen Land auch den Handel nach Übersee. Dort wurde das Werk für die hervorragende Qualität des Zementes geschätzt. Der damalige Abbau von Ton und Kreide für Portlandzement prägt noch heute das Landschaftsbild.



„Jeder, der nach Hamburg fahren wollte, musste durch die Fabrik. Das war das Tor zur Welt.“
Setus Studt

Planet Alsen - Der Konflikt

Die Zukunft

Planet Alsen kämpft weiter, wenn auch mit vielen Rückschlägen. Immer wieder werden Projekte aufgrund von mangelhafter Kommunikation und fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten auf Eis gelegt. Die Bauten, die Planet Alsen so sehr zu schützen versucht, werden doch abgerissen. Die historisch wertvollen Gebäude kann man mittlerweile an einer Hand abzählen, während das benachbarte Gewerbegebiet einen Aufschwung erfährt. Auch zum jetzigen Zeitpunkt wird geprüft, ob erneut Gebäude abgerissen werden sollen. Seit Jahren ist die Ungewissheit über den Verbleib auf Alsen ein ständiger Begleiter. Doch davon lässt sich der Verein nicht entmutigen, er setzt auf die positive Außenwahrnehmung, um auch die Stadt von den außergewöhnlichen Qualitäten des Projektes zu überzeugen. Planet Alsen wird weiterhin als Kreativschmiede für Künstler aller Art dienen und einen Ort der Zusammenkunft bleiben.


„Wir lassen uns nicht entmutigen – unsere Zeit wird kommen, das Interesse ist da.“
Setus Studt

Weitere Informationen zum Künstler Setus Studt oder Planet Alsen finden Sie unter folgenden Adressen:
setus-studt.de
planet-alsen.de

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